Für die Beurteilung unterschiedlicher Optiken habe ich hier ein paar Beispielbilder, die mit dem jew. Gerät gemacht wurden zusammengefasst. Es gibt jew. ein Bild in voller Auflösung, um z.B. die Abbildung in den Ecken beurteilen zu können. Die anderen Bilder sind kleiner, um z.B. das Gesichtsfeld für verschiedene Objekte abschätzen zu können. Ich habe hier keine Ronchigramme oder Focault-Tests - auch zeige ich keine Beugungsringe von Sterntests. Einerseits fehlen mir dafür die technischen Möglichkeiten. Andererseits halte ich diese Tests für minder-interessant. Eine Optik muss beweisen, welche Bilder sie liefern kann. Wenn ein TMB-Apo einen fantastischen Sterntest und einen Strehl von 0,99 liefert, kann er dennoch eine schlechte Ausleuchtung und (ohne passenden Korrektor) eine schlechte Sternabbildung am Rand liefern.

Ich möchte darauf hinweisen, dass sich diese Aussagen natürlich nur auf das jew. von mir getestete Gerät beziehen können. Dabei ist es natürlich immer möglich, dass ich ein besonders gutes, oder besonders schlechtes Teil erwischt habe.

Ich habe versucht, die wichtigsten Abbildungsmerkmale mit Noten zu versehen. Da für mich auch der Preis eine Rolle spielt, wollte ich auch diesen in der Bewertung berücksichtigen. Ich habe deshalb willkürlich Grenzen gezogen. (1= bis 500,- / 2= bis 1000,- / 3= bis 1500,- / 4= bis 2000,- / 5=bis 3000,- / 6= über 3000,-). Bei den optischen Eigenschaften habe ich die Ausleuchtung nur halb bewertet, da sich diese noch am besten bei der Bearbeitung korrigieren läßt. Die Farbreinheit habe ich stärker berücksichtigt (1,5), da sich dieser Fehler über das gesamte Bildfeld zieht und nur schlecht zu entfernen ist. Das Koma habe ich mit 1 bewertet, da man zumindest noch die Möglichkeit hat, einen guten Ausschnitt aus der Bildmitte zu wählen.


1. Refraktoren
    1.1.1 Orion 80ED
    1.1.2 Orion 80ED mit William-Reducer 0,8x
    1.2.1 Skywatcher 120ED
    1.2.2 Skywatcher 120ED mit William-Reducer 0,8x
    1.3 Scopos TL805 mit William-Reducer 0,8x
    1.4 Pentax 75 SDHF
    1.5 TS-Fraunhofer 6" f/6
2. Reflektoren
    2.1 Orion-Fotonewton 10" f/4,8 (254/1200mm)  mit Komakorrektor Baader MPCC
    2.2 Orion-Fotonewton 6" f/4 (152/600mm)  mit Komakorrektor Baader MPCC
    2.3 Intes-Micro MN74
    2.4.1 Meade LXD75 6"SN (OTA)
    2.4.2 Meade LXD75 6"SN (OTA) mit Baader MPCC

1. Refraktoren
Bei der Fotografie durch Refraktoren gibt es in erster Linie zwei negative Einflüsse, die mit "schnellerem" Öffnungsverhältnis zunehmen. Das ist zum einen der Farblängungsfehler und zum anderen die Bildfeldwölbung. Letzterem kommt man mit einem passenden Reducer bei - wenn man den einmal gefunden hat. Außerdem spielt die Bildfeldausleuchtung eine wichtige Rolle.

1.1.1 Orion 80ED
Diese Optik wird von verschiedenen Herstellern (Vixen, Skywatcher, Orion, Celestron, etc.) vertrieben. In Punkto Preis/Leistungs-Verhältnis halte ich das Gerät für sehr gut.

Vollformat-Fotos: 
M42 mit Orion 80ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 300D, 10x45s + 7x20s, 800ASA

NGC2244 mit Orion80ED, IDAS-LPS P2, unmod. EOS 20D, Einzelbild 10min, 1600ASA

Beurteilung:

Für eine preiswerte Optik ist die Abbildung sehr gut. Eine Vignettierung (300D-Chip=KB-Format/1,6) ist kaum zu erkennen, der Farbfehler ist vernachlässigbar gering, die Sternabbildung auf der Achse ist sehr gut, nach außen hin wird aber eine deutliche Bildfeldwölbung sichtbar.

- Ausleuchtung: 1-
- Farbreinheit: 3+
- Koma: 4
- Preis: 1
Gesamturteil: 2-

Weitere Fotos:

M45 mit Orion 80ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 300D, 4x10min, 800ASA

1.1.2 Orion 80ED mit William-Reducer 0,8x
Mit dem "Willi-Reducer" wird das 80ED zur vollwertigen Foto-Optik.

Vollformat-Fotos:
M31 mit Orion80ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 7x3min, 800ASA

M45 mit Orion80ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 6x3min, 800ASA

Beurteilung:

Auch mit dem William-Reducer gibt es quasi keine Vignettierung, Der Farbfehler ist durch den Reducer nicht signifikant gestiegen und die Abbildung am Rand ist immer noch nicht perfekt, aber doch viel besser.

- Ausleuchtung: 1-
- Farbreinheit: 3
- Koma: 2
- Preis 2+
Gesamturteil 2

Weitere Fotos:

 

1.2.1 Skywatcher 120ED
Der 120ED von Skywatcher entspricht eigentlich einem überdimensionierten 80ED. Mit 120mm Öffnung und 900mm Brennweite hat er ebenfalls ein Öffnungsverhältnis von f/7,5 bei einem zweilinsigen ED-Objektiv mit Luftspalt. Die Abbildung unterscheidet sich aber etwas vom 80ED.

Vollformat-Fotos:
M57 mit Skywatcher 120ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 7x2,5min, 800ASA

Beurteilung:

Beim 120ED kann ich ebenfalls keine Vignettierung feststellen. Leider hat er gegenüber dem 80ED einen leicht stärkeren Farbfehler, der aber noch tolerierbar bzw. bearbeitbar ist. Die Abbildung in den Ecken ist eindeutig besser, als beim 80ED.

- Ausleuchtung: 1-
- Farbreinheit: 4
- Koma: 3+
- Preis 3
Gesamturteil: 3

Weitere Fotos:

 

1.2.2 Skywatcher 120ED mit William-Reducer 0,8x
Auch hier wirkt der Willi wirklich gut. Die Abbildung in den Ecken wird nahezu perfekt (außer links unten) - der Farbfehler wird allerdings schlimmer.

Vollformat-Fotos:
M16 mit Skywatcher 120ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 8x4min, 800ASA

Beurteilung:

Bis auf den Farbfehler, der ja je nach Fokussierung mehr oder weniger stark auftritt, hat man mit dieser Kombination eine sehr gute Foto-Optik, die auch von kleineren Montierungen noch sicher getragen wird. Das Öffnungsverhältnis von f/6 lässt es auch noch zu, den Refraktor auf 100mm abzublenden, wodurch die Fehler nochmals stark reduziert werden sollten (noch nicht getestet) und die Belichtungszeiten (dann mit f/7,2) noch gering bleiben.

- Ausleuchtung: 1-
- Farbreinheit: 4-
- Koma: 2+
- Preis: 4+
Gesamturteil: 3

Weitere Fotos:

M8 mit Skywatcher 120ED & William-Reducer, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 8x4min, 800ASA

M17 mit Skywatcher 120ED & William-Reducer, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 6x5min, 800ASA

 

1.3 Scopos TL805 mit William-Reducer
Das Gerät befindet sich für einen Triplet-Flourid-Apo (als das es beworben wird) noch im unteren Preissegment. Prinzipiell überzeugt die Qualität auch. Wenn man jedoch genauer hinschaut, springen die Schwachpunkte ins Auge. Der Knopfautomat für die Untersetzung am Okularauszug bringt nicht die Kraft auf, um den OAZ mit anhängender 20D gegen die Schwerkraft zu bewegen. Die Innenschwärzung des Tubus wurde mit selbstklebendem Velours gemacht, dass sich überall ablöst. Der äußere weiße Lack ist so dünn, dass er schon vom Zurückschieben der Taukappe abgeschabt wird.
Das alles wäre für den Preis ja tolerierbar, wenn die Abbildung stimmen würde...

Vollformat-Fotos:

M31 mit Scopos TL805 & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 8x4min, 800ASA

Beurteilung:

Der Farbfehler ist bei diesem Gerät sehr gering und ob eine Vignettierung vorhanden ist, lässt sich bei diesem Objekt nicht sagen. Die Bildfeldwölbung ist aber so stark, dass der Willi sie nicht einmal ansatzweise korrigieren kann. Da ich nicht noch zusätzlich Geld für einen anderen Reducer ausgeben wollte, habe ich mich wieder von dem Gerät getrennt.

- Ausleuchtung: 1-
- Farbreinheit: 2
- Koma: 5
- Preis: 2
Gesamturteil: 3+

Weitere Bilder:

 

1.4 Pentax 75 SDHF
Man merkt dem kleinen Pentax sofort an, dass er aus anderem Holz geschnitzt ist. Das kann man für den Preis aber auch erwarten. Was störend wirkt, ist der Okularauszug, bei dem man sich mit diversen Adaptern behelfen muss, um eine Kamera anschließen zu können. Das ist jedoch nachvollziehbar, da der Pentax ja angeblich bis zum 6x6-Format ausleuchten soll, was ich mangels einer entsprechenden Kamera jedoch nicht testen konnte.

Vollformat-Fotos:

M31 mit Pentax 75 SDHF, ohne Filter, mod. EOS 300D, 16x4min, 800ASA

Beurteilung:

Auch wenn man es bei diesem Motiv nicht sieht - eine Vignettierung des 300D-Chips gibt es bei dieser Optik natürlich nicht. Die Sternabbildung ist bis in die Ecken absolut perfekt. Leider hat die Optik aber einen knackigen Farbfehler. Vermutlich rührt das daher, das die Brennpunkt von Rot und Grün nah beieinander, der von Blau aber ein Stück davon entfernt liegt. In diesem Bild wurde der Fokus offensichtlich genau zwischen Rot und Grün getroffen. Deshalb ist der blaue Kanal unscharf und produziert die Farbsäume. In Punkto Farbkorrektur hätte ich von einem Pentax-Apo wesentlich mehr erwartet.

- Ausleuchtung: 1
- Farbreinheit: 4+
- Koma: 1
- Preis: 3+
Gesamturteil: 2-

 

Weitere Bilder:

 

1.5 TS-Fraunhofer 6" f/6
Ja - auch das musste getestet werden und brachte das erwartete Ergebnis. Man sollte solche Geräte wohl höchstens visuell nutzen...

Vollformat-Fotos:

M51 mit TS-FH, ohne Filter, unmod. EOS 20D, 6x5min, 800ASA

Beurteilung:

Obwohl die Sternabbildung in den Ecken überraschend gut ist, hat die achromatische Optik natürlich einen verheerenden Farbfehler. Auch die Ausleuchtung ist nicht wirklich gut, so dass doch eine deutliche Vignettierung zu sehen ist. 

- Ausleuchtung: 3
- Farbreinheit: 6
- Koma: 3+
- Preis 1
Gesamturteil: 4+

nein - keine weiteren Bilder...

 

2. Reflektoren
Eines der Probleme, mit dem man bei Refraktoren zu kämpfen hat, ist den (reinen) Reflektoren fremd - der Farbfehler. Dafür ist die Sternabbildung und die Ausleuchtung umso problematischer. Durch den Fangspiegel, der zumindest bei den meisten Reflektoren das einfallende Licht abschattet, gibt es außerdem einen weiteren unliebsamen Effekt. Durch Beugungserscheinungen am Fangspiegel und ggf. an den Fangspiegelstreben, Obstruktion genannt, wird der Kontrast des Bildes gemindert. In der Fotografie spielt das jedoch meistens eine untergeordnete Rolle, da das Bild ohnehin nachbearbeitet wird. Wofür gibt es schließlich in jeder Bildbearbeitungs-Software einen Kontrastregler?
Fotografisch gesehen ist die Fangspiegel-Abschattung aber dennoch nicht unbedeutend - dadurch geht einfach eine gewisse Menge Licht verloren. Außerdem reflektiert ein guter Spiegel einfach weniger Licht, als eine gute Linse durchlässt. Deshalb kann man bei Reflektoren (Ausnahme: Schiefspiegler) nicht wie bei Refraktoren, das Öffnungsverhältnis mit der Lichtstärke gleichsetzen. Die Lichtstärke ist bei Reflektoren meistens um 1-2 Blendenstufen geringer, als bei einem Refraktor gleichen Öffnungsverhältnisses. Dadurch steigen die notwendigen Belichtungszeiten beträchtlich.

2.1 Orion-Fotonewton 10" f/4,8 (254/1200mm) mit Komakorrektor Baader MPCC
Analog zu den Refraktoren müsste man hier eigentlich auch zunächst die Abbildung ohne Komakorrektor betrachten. Da diese Abbildung bei schnellen Newton-Reflektoren jedoch wirklich nicht sehenswert ist, weil die Sternabbildung in den Ecken nur als grausam bezeichnet werden kann, habe ich es noch nie über's Herz gebracht, eine klare Nacht für Aufnahmen ohne Komakorrektor zu verschwenden.

Zum Orion-Newton gibt es vorab einiges zu erzählen. Meiner Meinung nach sind die Geräte so wie man sie kauft, nicht wirklich zu gebrauchen. Man bekommt jedoch für verhältnismäßig wenig Geld eine gesunde Bausubstanz, für die es sich lohnt, ein wenig Arbeit in die Optimierung zu stecken. Meine Kritikpunkte (und die Lösungsvorschläge) sind folgende:

- Der Leichtbau-Tubus des Orion-Fotonewton ist einerseits ein Segen, da z.B. der 10"er mit einem Gewicht von weniger als 10Kg noch locker inkl. Leitrohr von einer EQ6 getragen wird. Das dünne Tubusblech in Verbindung mit den mitgelieferten "Rohrschellen" führt jedoch dazu, dass der Tubus absolut nicht justagestabil ist. Schon ein Schwenk von 90° über den Himmel sorgt dafür, dass die Kollimation für die Katz ist. Ich kann nur jedem Orion-Besitzer empfehlen, sich stabile Schellen z.B. aus Multiplex zu besorgen (mein Tipp: Dieter Martini), die den Tubus ausreichend in Form halten.
- An meinen beiden Orion-Newtons, die ich bei TS gekauft habe, hat man den Tubus durch eine falsche Basis am Okularauszug völlig vergewaltigt. Der Crayford-Auszug, mit dem TS die Geräte standardmäßig liefert, hat eine Basis mit einem Krümmungsradius für einen 8"-Tubus. Diese Basis passt nun mal nicht auf einen 10"-Tubus und auch nicht auf einen 6"-Tubus. Wenn man diese Basis aber doch mit Gewalt auf den Tubus schraubt, führt das unweigerlich dazu, dass der Tubus in eine Ei-Form gepresst wird. Ich habe mir deshalb angewöhnt, die Basis zunächst um hinteren Tubusende aufzulegen und so mit einer Spachtelmasse (Pattex-Powerknete) zu unterfüttern, dass sie flächig am Tubus anliegt. Nebenbei ist das Innenrohr des Standard-TS-Crayford nicht geschwärzt, was man unbedingt nachholen sollte.
- Alle Orion-Newtons die ich bisher gesehen habe, leiden an einer ganz dummen Krankheit. Um den etwas labberigen Leichtbau-Tubus in Form zu halten, hat man an der Tubus-Öffnung einen Verstärkungsring angebracht. Dieser Ring hat einen Innendurchmesser, der genau dem Hauptspiegel-Durchmesser entspricht. Die Tubus-Öffnung sollte aber unbedingt größer als der Hauptspiegel sein, weil es sonst zu einer Vignettierung kommt. Ich habe das umgangen, indem ich diesen Ring entfernt und durch einen außen liegenden Multiplex-Ring ersetzt habe. Dieser hält den Tubus noch zuverlässiger in Form und schattet nichts ab.

Wie gesagt - trotz dieser Macken halte ich den Orion-Newton für ein Gerät, dessen Anschaffung unbedingt lohnt, weil er den geringen Optimierungsaufwand durch sehr gute Fotos belohnt:

Vollformat-Fotos:
M1 mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 12x3min, 800ASA

Beurteilung:
Wie im Bild deutlich zu erkennen ist, verursacht die Optik eine gewisse Vignettierung. Das ist bei den meisten Newton-Systemen der Fall, da man bei der Dimensionierung des Fangspiegels einen Kompromiss zwischen guter Ausleuchtung und geringer Abschattung finden muss. Die Abschattung am unteren Rand hat übrigens nichts mit der Optik zu tun. Sie tritt bei schnelleren Optiken an der EOS 20D immer auf, weil da irgendwie etwas im Weg ist. An der Sternabbildung erkennt man einen leichten Nachführfehler - dieser zieht sich jedoch über das gesamte Bildfeld. Die Abbildung in den Ecken ist nicht schlechter als in der Mitte und somit ziemlich perfekt.

- Ausleuchtung: 3+
- Farbreinheit: 1
- Koma: 2+
- Preis 2
Gesamturteil: 2+

Weitere Bilder:
M27 mit Orion-Newton 254/1200, ohne Filter, mod. EOS 20D, 8x3min, 1600ASA
NGC6960 mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 2x5x3min (Mosaik), 1600ASA
NGC6888 mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 8x4min, 800ASA


2.2 Orion-Fotonewton 6" f/4 (152/600mm)  mit Komakorrektor Baader MPCC
Dieses Gerät leidet unter den gleichen Krankheiten, wie der große Bruder in 10". Während der labberige Tubus bei der geringen Größe nicht so fatale Auswirkungen hat und man die mitgelieferten Schellen getrost benutzen kann, wirkt sich die aufgewürgte 8"-Basis umso schlimmer aus. Darüber hinaus besitzt der 6"-Orion auch noch eine Hauptspiegel-Zelle, die von jedem Kaufhaus-Teleskop übertroffen wird. Hier wurde der Spiegel einfach flächig auf eine ca. 1cm dicke Aluplatte aufgeklebt. Diese kann dann über drei mit Federn vorgespannte Schrauben justiert werden. Mangels Konterschrauben wird diese Justage (gerade bei f/4) jedoch nicht lange halten.
Hätte ich mir das Gerät gut angeschaut, bevor ich die Bohrmaschine angesetzt habe, wäre es mit Sicherheit zurückgegangen. So habe ich die schon oben beschriebenen Modifikationen am Auszug gemacht und außerdem der Hauptspiegelzelle noch drei Konterschrauben spendiert. Ich kann nur hoffen, dass sich die Klebung des Hauptspiegels bei einem kleinen 6"-Spiegel nicht weiter auswirkt. Trotz allem ist es eine gute Foto-Optik...

Vollformat-Bilder:
M45 mit Orion-Newton 152/600, ohne Filter, mod. EOS 20D, 12x3min, 800ASA

Beurteilung:
Die Vignettierung ist ähnlich wie beim 10"-Orion. Die Sternabbildung in den Ecken ist eindeutig schlechter, was wohl darauf hinweist, dass der Baader MPCC mit f/4 langsam überfordert ist. Die Abschattung am unteren Rand (bedingt durch die EOS 20D) ist bei F/4 ebenfalls stärker, was jedoch kein Mangel der Optik ist. An den Spikes erkennt man außerdem, dass die Fangspiegelstreben sich noch nicht genau gegenüberstehen.

- Ausleuchtung: 3+
- Farbreinheit: 1
- Koma: 3
- Preis 2
Gesamturteil: 2

Weitere Bilder:


2.3 Intes-Micro MN74
 Zugegeben - ein wirklich tolles Gerät. Leider auch zu einem wirklich tollen Preis und nicht ganz unproblematisch.
Eine Optik mit "nur" um die 700mm Brennweite sollte bei mir eigentlich noch mobil - also auf der Vixen-GP zu betreiben sein. In Punkto Stabilität baut Intes Micro da aber das genaue Gegenteil der oben beschriebenen Orion-Newtons. Wegen dieser Massiv-Bauweise war das Gerät leider zu schwer für meine GP und bei dem recht hohen Preis habe ich mich lieber wieder davon getrennt und stattdessen zwei andere Optiken gekauft. Abgesehen von der mitgelieferten Kiste, die aussaht, als hätte darin ein Haufen Hundewelpen das Licht der Welt erblickt, trauere ich der Optik aber immer noch ein wenig nach....

Leider blieb mir nicht viel Zeit (in der das Wetter auch noch ausgesprochen mies war), um mich zu entscheiden das Teil zurückzuschicken. Mehr als ein Bild habe ich nicht vorzuweisen:

Vollformat-Bilder:
M51 mit Intes Micro MN74, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 5x3min, 800ASA

Beurteilung:
Bis auf die sehr starke untere Abschattung durch die 20D ist kaum Vignettierung erkennbar. Die Sternabbildung am Rand ist für f/4 sehr gut und ein Farbfehler (evtl. durch die Meniskuslinse) ist nicht zu erkennen.

- Ausleuchtung: 2+
- Farbreinheit: 1
- Koma: 1-
- Preis: 4+
Gesamturteil: 2+

Weitere Bilder: gibbet nicht...


2.4.1 Meade LXD75 6"SN (OTA)
Der 6" Schmidt-Newton von Meade ist ein feines kleines Gerät, das oft zu einem sehr günstigen Preis angeboten wird. Der sehr stabile nahtlos gefertigte Alu-Tubus macht einen guten Eindruck. Der Okularauszug kann durch Austausch des Endstückes entweder für 1,25"-Okulare genutzt, oder direkt mit einem T2-Gewinde an eine Kamera adaptiert werden. Diese Technik wirft allerdings zwei Probleme auf: Zum einen ist die Kamera nicht mehr frei drehbar, so dass die Positionierung des Objektes im Bildfeld über die Drehung des kompletten Tubus gemacht werden müsste - zum anderen ist eine Nutzung von 2"-Filtern, aber auch von 2"-Okularen nicht möglich. Der Auszug sollte für die fotografische Verwendung mit einer DSLR-Kamera unbedingt durch einen guten 2"-Crayford ersetzt werden. Leider muss dafür auch die Öffnung im Tubus vergrößert werden, wodurch die Aktion etwas aufwendiger wird.

Vollformat-Bilder:
NGC7635 mit Meade 6" SN, ohne Filter, mod. EOS 300D, 5x4min, 800ASA

Beurteilung:
Durch den kleinen Fangspiegel ergibt sich eine verhältnismäßig starke Vignettierung und die Abbildung in den Ecken ist recht schlecht. Beim SN-Design wird das Koma ja nur um 50% reduziert, wodurch bei f/4 noch einiges übrig bleibt.

- Ausleuchtung: 3
- Farbreinheit: 1
- Koma: 5+
- Preis 1
Gesamturteil: 2-

Weitere Bilder:


2.4.2 Meade LXD75 6"SN (OTA) mit Baader MPCC
Die große Frage war, ob sich auch das bereits reduzierte Koma eines Schmidt-Newtons durch einen Komakorrektor (Baader MPCC) weiter reduzieren lässt, oder ob das dann zu einer Art "Überkorrektur" führt. Da hilft nur ausprobieren...

Vollformat-Bilder:
NGC281 mit Meade 6" SN & Baader MPCC, ohne Filter, mod. EOS 300D, 10x3min, 800ASA

Beurteilung:
Obwohl die schlechte Ausleuchtung stört, ist der 6" SN in Verbindung mit dem Baader Komakorrektor eine tolle Foto-Optik. Die Sternabbildung ist bis in die Ecken nahezu perfekt.

- Ausleuchtung: 3
- Farbreinheit: 1
- Koma: 1-
- Preis 1
Gesamturteil: 1-

Weitere Bilder:



tbc (to be continued)...