Für
die Beurteilung unterschiedlicher Optiken habe ich hier ein
paar Beispielbilder, die mit dem jew. Gerät gemacht wurden
zusammengefasst. Es
gibt jew. ein Bild in voller Auflösung, um z.B. die Abbildung
in den Ecken
beurteilen zu können. Die anderen Bilder sind kleiner, um z.B.
das Gesichtsfeld
für verschiedene Objekte abschätzen zu
können. Ich habe hier keine Ronchigramme oder Focault-Tests -
auch zeige ich keine Beugungsringe von Sterntests. Einerseits fehlen
mir dafür die technischen Möglichkeiten. Andererseits
halte ich diese Tests für minder-interessant. Eine Optik muss
beweisen, welche Bilder sie liefern kann. Wenn ein TMB-Apo einen
fantastischen Sterntest und einen Strehl von 0,99 liefert, kann er
dennoch eine schlechte Ausleuchtung und (ohne passenden Korrektor) eine
schlechte Sternabbildung am Rand liefern.
Ich
möchte darauf hinweisen, dass sich diese Aussagen
natürlich nur auf das jew. von mir getestete Gerät
beziehen können. Dabei ist
es natürlich immer möglich, dass ich ein besonders
gutes, oder besonders
schlechtes Teil erwischt habe.
Ich habe
versucht, die wichtigsten Abbildungsmerkmale mit Noten
zu versehen. Da für mich auch der Preis eine Rolle spielt, wollte
ich auch diesen in der Bewertung berücksichtigen. Ich habe deshalb
willkürlich Grenzen gezogen. (1= bis 500,- / 2= bis 1000,- / 3=
bis 1500,- / 4= bis 2000,- / 5=bis 3000,- / 6= über 3000,-). Bei
den optischen Eigenschaften habe ich die Ausleuchtung nur halb
bewertet, da sich diese noch am besten bei der Bearbeitung korrigieren
läßt. Die Farbreinheit habe ich stärker
berücksichtigt (1,5), da sich dieser Fehler über das gesamte
Bildfeld zieht und nur schlecht zu entfernen ist. Das Koma habe ich mit
1 bewertet, da man zumindest noch die Möglichkeit hat, einen guten
Ausschnitt aus der Bildmitte zu wählen.
1. Refraktoren
1.1.1 Orion 80ED
1.1.2 Orion 80ED mit
William-Reducer 0,8x
1.2.1 Skywatcher 120ED
1.2.2 Skywatcher 120ED mit
William-Reducer
0,8x
1.3 Scopos TL805 mit William-Reducer
0,8x
1.4 Pentax 75 SDHF
1.5 TS-Fraunhofer 6" f/6
2. Reflektoren
2.1
Orion-Fotonewton
10" f/4,8 (254/1200mm) mit Komakorrektor Baader MPCC
2.2
Orion-Fotonewton
6" f/4 (152/600mm) mit Komakorrektor Baader MPCC
2.3 Intes-Micro MN74
2.4.1 Meade LXD75 6"SN (OTA)
2.4.2 Meade LXD75 6"SN (OTA) mit Baader MPCC
1.
Refraktoren
Bei der Fotografie durch Refraktoren gibt es in erster Linie zwei
negative
Einflüsse, die mit "schnellerem"
Öffnungsverhältnis zunehmen. Das
ist zum einen der Farblängungsfehler und zum anderen die
Bildfeldwölbung.
Letzterem kommt man mit einem passenden Reducer bei - wenn man den
einmal
gefunden hat. Außerdem spielt die Bildfeldausleuchtung eine
wichtige Rolle.
1.1.1
Orion 80ED
Diese Optik wird von verschiedenen Herstellern (Vixen, Skywatcher,
Orion,
Celestron, etc.) vertrieben. In Punkto
Preis/Leistungs-Verhältnis halte ich das
Gerät für sehr gut.
Vollformat-Fotos:
M42 mit Orion 80ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 300D, 10x45s + 7x20s, 800ASA
NGC2244
mit Orion80ED, IDAS-LPS P2, unmod. EOS 20D, Einzelbild 10min, 1600ASA
Beurteilung:
Für
eine preiswerte Optik ist die Abbildung sehr gut. Eine
Vignettierung (300D-Chip=KB-Format/1,6) ist kaum zu erkennen, der
Farbfehler ist
vernachlässigbar gering, die Sternabbildung auf der Achse ist
sehr gut, nach außen
hin wird aber eine deutliche Bildfeldwölbung sichtbar.
| -
Ausleuchtung: |
1- |
| -
Farbreinheit: |
3+ |
| -
Koma: |
4 |
| - Preis: |
1 |
| Gesamturteil: |
2- |
Weitere Fotos:
M45
mit Orion
80ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 300D, 4x10min, 800ASA
1.1.2
Orion 80ED mit William-Reducer 0,8x
Mit dem "Willi-Reducer" wird das
80ED zur vollwertigen Foto-Optik.
Vollformat-Fotos:
M31
mit
Orion80ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 7x3min,
800ASA
M45
mit
Orion80ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 6x3min,
800ASA
Beurteilung:
Auch mit dem William-Reducer
gibt es quasi keine Vignettierung, Der
Farbfehler ist durch den Reducer nicht signifikant gestiegen und die
Abbildung
am Rand ist immer noch nicht perfekt, aber doch viel besser.
| -
Ausleuchtung: |
1- |
| -
Farbreinheit: |
3 |
| -
Koma: |
2 |
| - Preis |
2+ |
| Gesamturteil |
2 |
Weitere Fotos:
1.2.1
Skywatcher 120ED
Der 120ED von Skywatcher
entspricht eigentlich einem überdimensionierten
80ED. Mit 120mm Öffnung und 900mm Brennweite hat er ebenfalls
ein
Öffnungsverhältnis von f/7,5 bei einem zweilinsigen
ED-Objektiv mit Luftspalt.
Die Abbildung unterscheidet sich aber etwas vom 80ED.
Vollformat-Fotos:
M57
mit
Skywatcher 120ED, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 7x2,5min, 800ASA
Beurteilung:
Beim 120ED kann ich ebenfalls
keine Vignettierung feststellen. Leider hat er
gegenüber dem 80ED einen leicht stärkeren Farbfehler,
der aber noch
tolerierbar bzw. bearbeitbar ist. Die Abbildung in den Ecken ist
eindeutig
besser, als beim 80ED.
| -
Ausleuchtung: |
1- |
| -
Farbreinheit: |
4 |
| -
Koma: |
3+ |
| - Preis |
3 |
| Gesamturteil: |
3 |
Weitere Fotos:
1.2.2
Skywatcher
120ED
mit William-Reducer 0,8x
Auch hier wirkt der Willi
wirklich gut. Die Abbildung in den Ecken wird
nahezu perfekt (außer links unten) - der Farbfehler wird
allerdings schlimmer.
Vollformat-Fotos:
M16
mit
Skywatcher 120ED & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D,
8x4min,
800ASA
Beurteilung:
Bis auf den Farbfehler, der ja
je nach Fokussierung mehr oder weniger stark
auftritt, hat man mit dieser Kombination eine sehr gute Foto-Optik, die
auch von
kleineren Montierungen noch sicher getragen wird. Das
Öffnungsverhältnis von
f/6 lässt es auch noch zu, den Refraktor auf 100mm
abzublenden, wodurch die
Fehler nochmals stark reduziert werden sollten (noch nicht getestet)
und die
Belichtungszeiten (dann mit f/7,2) noch gering bleiben.
| -
Ausleuchtung: |
1- |
| -
Farbreinheit: |
4- |
| -
Koma: |
2+ |
| - Preis: |
4+ |
| Gesamturteil: |
3 |
Weitere Fotos:
M8
mit
Skywatcher 120ED & William-Reducer, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D,
8x4min,
800ASA
M17
mit
Skywatcher 120ED & William-Reducer, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D,
6x5min,
800ASA
1.3
Scopos TL805 mit William-Reducer
Das Gerät befindet sich für einen Triplet-Flourid-Apo
(als das es beworben
wird) noch im unteren Preissegment. Prinzipiell überzeugt die
Qualität auch.
Wenn man jedoch genauer hinschaut, springen die Schwachpunkte ins Auge.
Der
Knopfautomat für die Untersetzung am Okularauszug bringt nicht
die Kraft auf,
um den OAZ mit anhängender 20D gegen die Schwerkraft zu
bewegen. Die
Innenschwärzung des Tubus wurde mit selbstklebendem Velours
gemacht, dass sich
überall ablöst. Der äußere
weiße Lack ist so dünn, dass er schon vom
Zurückschieben der Taukappe abgeschabt wird.
Das alles wäre für den Preis ja tolerierbar, wenn die
Abbildung stimmen
würde...
Vollformat-Fotos:
M31
mit Scopos
TL805 & William-Reducer, ohne Filter, mod. EOS 20D, 8x4min,
800ASA
Beurteilung:
Der Farbfehler ist bei diesem
Gerät sehr gering und ob eine Vignettierung
vorhanden ist, lässt sich bei diesem Objekt nicht sagen. Die
Bildfeldwölbung
ist aber so stark, dass der Willi sie nicht einmal ansatzweise
korrigieren kann.
Da ich nicht noch zusätzlich Geld für einen anderen
Reducer ausgeben wollte,
habe ich mich wieder von dem Gerät getrennt.
| -
Ausleuchtung: |
1- |
| -
Farbreinheit: |
2 |
| -
Koma: |
5 |
| - Preis: |
2 |
| Gesamturteil: |
3+ |
Weitere Bilder:
1.4
Pentax 75 SDHF
Man merkt dem kleinen Pentax sofort an, dass er aus anderem Holz
geschnitzt ist.
Das kann man für den Preis aber auch erwarten. Was
störend wirkt, ist der
Okularauszug, bei dem man sich mit diversen Adaptern behelfen muss, um
eine
Kamera anschließen zu können. Das ist jedoch
nachvollziehbar, da der Pentax ja
angeblich bis zum 6x6-Format ausleuchten soll, was ich mangels einer
entsprechenden Kamera jedoch nicht testen konnte.
Vollformat-Fotos:
M31
mit Pentax
75 SDHF, ohne Filter, mod. EOS 300D, 16x4min, 800ASA
Beurteilung:
Auch wenn man es bei diesem
Motiv nicht sieht - eine Vignettierung des
300D-Chips gibt es bei dieser Optik natürlich nicht. Die
Sternabbildung ist bis
in die Ecken absolut perfekt. Leider hat die Optik aber einen knackigen
Farbfehler. Vermutlich rührt das daher, das die Brennpunkt von
Rot und Grün
nah beieinander, der von Blau aber ein Stück davon entfernt
liegt. In diesem
Bild wurde der Fokus offensichtlich genau zwischen Rot und
Grün getroffen.
Deshalb ist der blaue Kanal unscharf und produziert die
Farbsäume. In Punkto
Farbkorrektur hätte ich von einem Pentax-Apo wesentlich mehr
erwartet.
| -
Ausleuchtung: |
1 |
| -
Farbreinheit: |
4+ |
| -
Koma: |
1 |
| - Preis: |
3+ |
| Gesamturteil: |
2- |
Weitere Bilder:
1.5
TS-Fraunhofer 6" f/6
Ja - auch das musste getestet werden und brachte das erwartete
Ergebnis. Man
sollte solche Geräte wohl höchstens visuell nutzen...
Vollformat-Fotos:
M51
mit TS-FH, ohne
Filter, unmod. EOS 20D, 6x5min, 800ASA
Beurteilung:
Obwohl die Sternabbildung in
den Ecken überraschend gut ist, hat die
achromatische Optik natürlich einen verheerenden Farbfehler.
Auch die
Ausleuchtung ist nicht wirklich gut, so dass doch eine deutliche
Vignettierung
zu sehen ist.
| -
Ausleuchtung: |
3 |
| -
Farbreinheit: |
6 |
| -
Koma: |
3+ |
| - Preis |
1 |
| Gesamturteil: |
4+ |
nein - keine weiteren Bilder...
2.
Reflektoren
Eines der Probleme, mit dem man
bei Refraktoren zu kämpfen hat, ist den (reinen) Reflektoren
fremd - der Farbfehler. Dafür ist die Sternabbildung und die
Ausleuchtung umso problematischer. Durch den Fangspiegel, der zumindest
bei den meisten Reflektoren das einfallende Licht abschattet, gibt es
außerdem einen weiteren unliebsamen Effekt. Durch
Beugungserscheinungen am Fangspiegel und ggf. an den
Fangspiegelstreben, Obstruktion genannt, wird der Kontrast des Bildes
gemindert. In der Fotografie spielt das jedoch meistens eine
untergeordnete Rolle, da das Bild ohnehin nachbearbeitet wird.
Wofür gibt es schließlich in jeder
Bildbearbeitungs-Software einen Kontrastregler?
Fotografisch gesehen ist die Fangspiegel-Abschattung aber dennoch nicht
unbedeutend - dadurch geht einfach eine gewisse Menge Licht verloren.
Außerdem reflektiert ein guter Spiegel einfach weniger Licht,
als eine gute Linse durchlässt. Deshalb kann man bei
Reflektoren (Ausnahme: Schiefspiegler) nicht wie bei Refraktoren, das
Öffnungsverhältnis mit der Lichtstärke
gleichsetzen. Die Lichtstärke ist bei Reflektoren meistens um
1-2 Blendenstufen geringer, als bei einem Refraktor gleichen
Öffnungsverhältnisses. Dadurch steigen die
notwendigen Belichtungszeiten beträchtlich.
2.1
Orion-Fotonewton 10" f/4,8 (254/1200mm) mit Komakorrektor Baader MPCC
Analog zu den Refraktoren müsste man hier eigentlich auch
zunächst die Abbildung ohne Komakorrektor betrachten. Da diese
Abbildung bei schnellen Newton-Reflektoren jedoch wirklich nicht
sehenswert ist, weil die Sternabbildung in den Ecken nur als grausam
bezeichnet werden kann, habe ich es noch nie über's Herz
gebracht, eine klare Nacht für Aufnahmen ohne Komakorrektor zu
verschwenden.
Zum Orion-Newton gibt es vorab einiges zu erzählen. Meiner
Meinung nach sind die Geräte so wie man sie kauft, nicht
wirklich zu gebrauchen. Man bekommt jedoch für
verhältnismäßig wenig Geld eine gesunde
Bausubstanz, für die es sich lohnt, ein wenig Arbeit in die
Optimierung zu stecken. Meine Kritikpunkte (und die
Lösungsvorschläge) sind folgende:
- Der Leichtbau-Tubus des Orion-Fotonewton ist einerseits ein Segen, da
z.B. der 10"er mit einem Gewicht von weniger als 10Kg noch locker inkl.
Leitrohr von einer EQ6 getragen wird. Das dünne Tubusblech in
Verbindung mit den mitgelieferten "Rohrschellen" führt jedoch
dazu, dass der Tubus absolut nicht justagestabil ist. Schon ein Schwenk
von 90° über den Himmel sorgt dafür, dass die
Kollimation für die Katz ist. Ich kann nur jedem
Orion-Besitzer empfehlen, sich stabile Schellen z.B. aus Multiplex zu
besorgen (mein Tipp: Dieter Martini), die den Tubus ausreichend in Form
halten.
- An meinen beiden Orion-Newtons, die ich bei TS gekauft habe, hat man
den Tubus durch eine falsche Basis am Okularauszug völlig
vergewaltigt. Der Crayford-Auszug, mit dem TS die Geräte
standardmäßig liefert, hat eine Basis mit einem
Krümmungsradius für einen 8"-Tubus. Diese Basis passt
nun mal nicht auf einen 10"-Tubus und auch nicht auf einen 6"-Tubus.
Wenn man diese Basis aber doch mit Gewalt auf den Tubus schraubt,
führt das unweigerlich dazu, dass der Tubus in eine Ei-Form
gepresst wird. Ich habe mir deshalb angewöhnt, die Basis
zunächst um hinteren Tubusende aufzulegen und so mit einer
Spachtelmasse (Pattex-Powerknete) zu unterfüttern, dass sie
flächig am Tubus anliegt. Nebenbei ist das Innenrohr des
Standard-TS-Crayford nicht geschwärzt, was man unbedingt
nachholen sollte.
- Alle Orion-Newtons die ich bisher gesehen habe, leiden an einer ganz
dummen Krankheit. Um den etwas labberigen Leichtbau-Tubus in Form zu
halten, hat man an der Tubus-Öffnung einen
Verstärkungsring angebracht. Dieser Ring hat einen
Innendurchmesser, der genau dem Hauptspiegel-Durchmesser entspricht.
Die Tubus-Öffnung sollte aber unbedingt
größer als der Hauptspiegel sein, weil es sonst zu
einer Vignettierung kommt. Ich habe das umgangen, indem ich diesen Ring
entfernt und durch einen außen liegenden Multiplex-Ring
ersetzt habe. Dieser hält den Tubus noch
zuverlässiger in Form und schattet nichts ab.
Wie gesagt - trotz dieser Macken halte ich den Orion-Newton
für ein Gerät, dessen Anschaffung unbedingt lohnt,
weil er den geringen Optimierungsaufwand durch sehr gute Fotos belohnt:
Vollformat-Fotos:
M1
mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 12x3min, 800ASA
Beurteilung:
Wie im Bild deutlich zu erkennen ist, verursacht die Optik eine gewisse
Vignettierung. Das ist bei den meisten Newton-Systemen der Fall, da man
bei der Dimensionierung des Fangspiegels einen Kompromiss zwischen
guter Ausleuchtung und geringer Abschattung finden muss. Die
Abschattung am unteren Rand hat übrigens nichts mit der Optik
zu tun. Sie tritt bei schnelleren Optiken an der EOS 20D immer auf,
weil da irgendwie etwas im Weg ist. An der
Sternabbildung erkennt man einen leichten Nachführfehler -
dieser zieht sich jedoch über das gesamte Bildfeld. Die
Abbildung in den Ecken ist nicht schlechter als in der Mitte und somit
ziemlich perfekt.
| -
Ausleuchtung: |
3+ |
| -
Farbreinheit: |
1 |
| -
Koma: |
2+ |
| - Preis |
2 |
| Gesamturteil: |
2+ |
Weitere Bilder:
M27
mit Orion-Newton 254/1200, ohne Filter, mod. EOS 20D, 8x3min, 1600ASA
NGC6960
mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 2x5x3min
(Mosaik), 1600ASA
NGC6888
mit Orion-Newton 254/1200, IDAS-LPS
P2,
mod. EOS 20D, 8x4min, 800ASA
2.2
Orion-Fotonewton 6" f/4 (152/600mm) mit Komakorrektor Baader
MPCC
Dieses Gerät leidet
unter den gleichen Krankheiten, wie der große Bruder in 10".
Während der labberige Tubus bei der geringen
Größe nicht so fatale Auswirkungen hat und man die
mitgelieferten Schellen getrost benutzen kann, wirkt sich die
aufgewürgte 8"-Basis umso schlimmer aus. Darüber
hinaus besitzt der 6"-Orion auch noch eine Hauptspiegel-Zelle, die von
jedem Kaufhaus-Teleskop übertroffen wird. Hier wurde der
Spiegel einfach flächig auf eine ca. 1cm dicke Aluplatte
aufgeklebt. Diese kann dann über drei mit Federn vorgespannte
Schrauben justiert werden. Mangels Konterschrauben wird diese Justage
(gerade bei f/4) jedoch nicht lange halten.
Hätte ich mir das Gerät gut angeschaut, bevor ich die
Bohrmaschine angesetzt habe, wäre es mit Sicherheit
zurückgegangen. So habe ich die schon oben beschriebenen
Modifikationen am Auszug gemacht und außerdem der
Hauptspiegelzelle noch drei Konterschrauben spendiert. Ich kann nur
hoffen, dass sich die Klebung des Hauptspiegels bei einem kleinen
6"-Spiegel nicht weiter auswirkt. Trotz allem ist es eine gute
Foto-Optik...
Vollformat-Bilder:
M45
mit Orion-Newton 152/600, ohne Filter, mod. EOS 20D, 12x3min, 800ASA
Beurteilung:
Die Vignettierung ist ähnlich wie beim 10"-Orion. Die
Sternabbildung in den Ecken ist eindeutig schlechter, was wohl darauf
hinweist, dass der Baader MPCC mit f/4 langsam überfordert
ist. Die Abschattung am unteren Rand (bedingt durch die EOS 20D) ist
bei F/4 ebenfalls stärker, was jedoch kein Mangel der Optik
ist. An den Spikes erkennt man außerdem, dass die
Fangspiegelstreben sich noch nicht genau gegenüberstehen.
| -
Ausleuchtung: |
3+ |
| -
Farbreinheit: |
1 |
| -
Koma: |
3 |
| - Preis |
2 |
| Gesamturteil: |
2 |
Weitere Bilder:
2.3 Intes-Micro MN74
Zugegeben - ein wirklich tolles Gerät. Leider auch
zu einem wirklich tollen Preis und nicht ganz unproblematisch.
Eine Optik mit "nur" um die 700mm Brennweite sollte bei mir eigentlich
noch mobil - also auf der Vixen-GP zu betreiben sein. In Punkto
Stabilität baut Intes Micro da aber das genaue Gegenteil der
oben beschriebenen Orion-Newtons. Wegen dieser Massiv-Bauweise war das
Gerät leider zu schwer für meine GP und bei dem recht
hohen Preis habe ich mich lieber wieder davon getrennt und stattdessen
zwei andere Optiken gekauft. Abgesehen von der mitgelieferten Kiste,
die aussaht, als hätte darin ein Haufen Hundewelpen das Licht
der Welt erblickt, trauere ich der Optik aber immer noch ein wenig
nach....
Leider blieb mir nicht viel Zeit (in der das Wetter auch noch
ausgesprochen mies war), um mich zu entscheiden das Teil
zurückzuschicken. Mehr als ein Bild habe ich nicht vorzuweisen:
Vollformat-Bilder:
M51
mit Intes Micro MN74, IDAS-LPS P2, mod. EOS 20D, 5x3min, 800ASA
Beurteilung:
Bis auf die sehr starke untere Abschattung durch die 20D ist kaum
Vignettierung
erkennbar. Die Sternabbildung am Rand ist für f/4 sehr gut und
ein Farbfehler (evtl. durch die Meniskuslinse) ist nicht zu erkennen.
| -
Ausleuchtung: |
2+ |
| -
Farbreinheit: |
1 |
| -
Koma: |
1- |
| - Preis: |
4+ |
| Gesamturteil: |
2+ |
Weitere Bilder: gibbet nicht...
2.4.1 Meade LXD75
6"SN
(OTA)
Der 6" Schmidt-Newton von Meade ist ein feines kleines Gerät,
das oft zu einem sehr günstigen Preis angeboten wird. Der sehr
stabile nahtlos gefertigte Alu-Tubus macht einen guten Eindruck. Der
Okularauszug kann durch Austausch des Endstückes entweder
für 1,25"-Okulare genutzt, oder direkt mit einem T2-Gewinde an
eine Kamera adaptiert werden. Diese Technik wirft allerdings zwei
Probleme auf: Zum einen ist die Kamera nicht mehr frei drehbar, so dass
die Positionierung des Objektes im Bildfeld über die Drehung
des kompletten Tubus gemacht werden müsste - zum anderen ist
eine Nutzung von 2"-Filtern, aber auch von 2"-Okularen nicht
möglich. Der Auszug sollte für die fotografische
Verwendung mit einer DSLR-Kamera unbedingt durch einen guten
2"-Crayford ersetzt werden. Leider muss dafür auch die
Öffnung im Tubus vergrößert werden, wodurch
die Aktion etwas aufwendiger wird.
Vollformat-Bilder:
NGC7635
mit Meade 6" SN, ohne Filter, mod. EOS 300D, 5x4min, 800ASA
Beurteilung:
Durch den kleinen Fangspiegel ergibt sich eine
verhältnismäßig starke Vignettierung und
die Abbildung in den Ecken ist recht schlecht. Beim SN-Design wird das
Koma ja nur um 50% reduziert, wodurch bei f/4 noch einiges
übrig bleibt.
| -
Ausleuchtung: |
3 |
| -
Farbreinheit: |
1 |
| -
Koma: |
5+ |
| - Preis |
1 |
| Gesamturteil: |
2- |
Weitere Bilder:
2.4.2
Meade LXD75 6"SN (OTA) mit Baader MPCC
Die große Frage
war, ob sich auch das bereits reduzierte Koma eines Schmidt-Newtons
durch einen Komakorrektor (Baader MPCC) weiter reduzieren
lässt, oder ob das dann zu einer Art
"Überkorrektur" führt. Da hilft nur ausprobieren...
Vollformat-Bilder:
NGC281
mit Meade 6" SN & Baader MPCC, ohne Filter, mod. EOS 300D,
10x3min, 800ASA
Beurteilung:
Obwohl die schlechte Ausleuchtung stört, ist der 6" SN in
Verbindung mit dem Baader Komakorrektor eine tolle Foto-Optik. Die
Sternabbildung ist bis in die Ecken nahezu perfekt.
| -
Ausleuchtung: |
3 |
| -
Farbreinheit: |
1 |
| -
Koma: |
1- |
| - Preis |
1 |
| Gesamturteil: |
1- |
Weitere Bilder:
tbc (to be continued)...